Zur Zeit meine Lieblingsautoren

Jonas Lüscher. Kraft.

  • Man sollte noch nicht allzu müde sein, wenn man "Kraft" lesen möchte. Die verschachtelten Sätze haben es in sich und erstrecken sich über mehrere Zeilen. Es braucht Übung, damit man die Pointe am Schluss nicht verpasst. Aber sie kommt garantiert! Ich empfehle das Buch gleich zweimal zu lesen, damit man versteht, was mit dem armen Kraft tatsächlich los ist. Und natürlich auch, um zu kapieren, weshalb alles, was ist, gut ist und wir es dennoch verbessern können. Danach will man mehr von Jonas Lüscher lesen: "Der Frühling der Barbaren".      

 

Thomas Meyer. Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme eine Schickse.

  • Wohl das lustigste Buch, das ich je gelesen habe. Schnell hat man sich ins jiddische eingelesen und weiss, dass „Tuches“ mit „Hintern“ übersetzt werden kann. Die Verfilmung ist ebenfalls gelungen, aber weniger lustig. Was mich sehr nachdenklich stimmt ist, was Deborah Feldmann als Frau in der ultra-orthodoxen Gemeinde erlebt hat. Ihr Buch trägt den Titel "Unorthodox". 

 

Pedro Lenz. Der Goalie bin ig.

  • Hat man sich mal ins berndeutsche eingelesen, ist es ein wahrer Genuss. Sehr witzig und sehr berührend. Der Goalie ist zwar ein Looser, aber einer der das Herz sowas von auf dem rechten Fleck hat! Auch die Verfilmung mit Roman Signer als Goalie ist ein Meisterwerk.

 

Daniel Glattauer

  • Seit „Gut gegen Nordwind“ lese ich eigentlich alles von ihm, weil es immer was zu Lachen gibt und ich seine Sprache mag.

 

Stig Larsson: Vergebung, Verblendung und Verdammnis

  • Wenn schon ein Krimi, dann richtig. Ich habe noch immer keinen spannenderen gefunden bzw. gelesen. Wobei das hier ist eher ein Gesellschaftsroman mit allen guten Zutaten. Beeindruckend ist übrigens auch die Dreiecksgeschichte des Helden Michael Bloomkvist. Ein Beispiel für Polylove? Jedenfalls leben alle drei glücklich mit dem Arrangement.

 

Wolf Haas: Der Knochenmann

  • Jetzt ist schon wieder was passiert. So beginnen alle Brenner-Fälle. Beim ersten Leseversuch vor bald 20 Jahren fand ich die Sprache fast unlesbar. Beim zweiten Versuch, legte ich das Buch nicht mehr weg und war froh, dass Brenner mehrere Fälle zu lösen hat. Lieber Wolf Hass, gibt es eine Fortsetzung?

 

Tim Krohn, Quatemberkinder und Vrenelis Gärtli

  • Genau das Richtige, wenn man mal in die innerschweizer Sagen-, Legenden und Bergwelt eintauchen möchte. Die Zweisprachigkeit zwischen Glarner Dialekt und Hochdeutsch war für mich als Schwyzerin sehr amüsant. Da finden sich plötzlich Ausdrücke aus meinem Dialekt wieder. Die rührende Geschichte von Vreneli und Melk spielt in der Wende zum 19. Jahrhundert im Glarnerland als der Alltag von Geister- und Aberglauben geprägt war. Am Schluss weiss man nicht mehr genau, ob alles nur Aberglauben war oder ob es den Teufel vielleicht doch gibt...?